|
1914-1918
Wer von Sélestat auf der Landstrasse in Richtung St. Dié fährt, kommt auf halber Strecke durch das Städtchen Saint-Marie-aux-Mines. Sagenhafte Silberfunde um etwa 1500 bescherten der Stadt und dem Val D´Argent (Silbertal) nicht nur ihre Namen, sondern auch Wohlstand und Berühmtheit. Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges trug Saint-Marie den deutschen Namen Markirch. Vor allem in den ersten Monaten des Krieges erlangte auch dieser Name eine gewisse -wenngleich unsagbar traurigere- Bekanntheit. Bereits um den 9. August 1914 kam es zu ersten heftigen Kämpfen um den strategisch wichtigen Marie Paß (Col de St. Marie), an welchen deutscherseits vor allem die hier im Grenzschutz stehenden Kompanien des Mecklenburger Jäger Bataillons Nr. 14 und Teile der 26. (württembergischesn) Reserve Division teilnahmen. Ein letztes Zeugnis dieser Gefechte, sowie der deutschen Gegenoffensive Ende August 1914, geben heute die Gräber auf dem deutschen Soldatenfriedhof Saint-Marie-aux-Mines. Die Anlage liegt oberhalb des Zivilfriedhofes der Stadt mitten im Wald. Der Friedhof wurde bereits im Jahre 1916 von deutschen Truppen angelegt. Ab 1926 vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) betreut, konnte nach den Wirren des 2. Weltkrieges letztlich im Jahre 1966 mit der endgültigen Gestaltung des Friedhofes begonnen werden. Ihr heutiges Gesicht erhielt die Anlage dann ab 1980. Hierbei waren neben dem VDK auch zahlreiche freiwillige Helfer verschiedener Jugendgruppen beteiligt. Eine Besonderheit des Friedhofes ist die Tatsache, dass
ein kleiner Bach mitten durch die Anlage fließt. Dieser wurde von
Helfern der Bundeswehr mit Naturstein eingefasst. Zudem wurde ein
kleine Brücke angelegt. Das Rauschen des Baches, sowie die zahlreichen
großen Bäume, lassen diesem Ort besonders natürlich
und friedlich wirken.
1036 Gefallene ruhen heute in Saint-Marie-aux-Mines, 671
davon in Einzelgräbern. Eines davon trägt die Aufschrift "Ein
unbekannter deutscher Soldat". Von den 365 Gefallenen, die in Gemeinschaftsgräbern
ruhen, sind 225 unbekannt. Wie in der Region üblich, sind die Einzelgräber
durch schwarze Metallkreuze gekennzeichnet, in die Name, Dienstgrad und
Todesdatum des Gefallenen eingegossen sind.
An der Stirnseite findet sich ein sehr monumentales Denkmal
aus Stein. Ein umrahmtes Kreuz, das in seiner Mitte einen Soldaten mit
nacktem Oberkörper und Stahlhelm zeigt. Dieses erinnert eigentlich
unwillkürlich an deutsche "Baukunst" nach 1933.
Truppengeschichtlich interessant sind darüber hinaus
zwei Ehrenmale, die von Soldaten deutscher Formationen Ihren in der Region
gefallenen Kameraden gewidmet wurden. Es handelt sich hierbei um
|