Der französische Soldatenfriedhof
"Bois de Meattle" in Sondernach

1914-1918


Im Rahmen ihres geplanten Vorstosses gegen die von deutschen Truppen gehaltene Stadt Munster gelang es den zur 7. Armee gehörenden Infanterie Divisionen 47 und 66 am 21.06.1915 nach heftigen Kämpfen zunächst Metzeral und einen Tag später das südlich davon gelegene Dorf Sondernach zu erobern. Der erste Schritt nach Munster war getan, forderte jedoch auf beiden Seiten hohe Verluste. Damals als Teil des deutschen Verteidigungsriegels vor Munster von großer Bedeutung, ist Sondernach heute eines der vielen kleinen, fast unscheinbar wirkenden Städtchen im Fechttal mit dem typischen "hier ist die Welt noch in Ordnung"-Flair. Läge es nicht auf dem Weg zu den im Winter gerne besuchten Skipisten am Schnepfenried, kaum ein Reisender würde sich dorthin verirren. Mitten im Ort entdeckt der aufmerk-
same Beobachter jedoch ein kleines Schild, welches den Weg zum französischen Soldatenfriedhof mit dem Namen "Bois De Maettle" weist. Ein Wegweiser in Richtung Vergangenheit!

Folgt man der Beschilderung, so taucht schon nach kurzer Fahrt auf einem kleinen Nebensträßchen,
eben noch von Hecken und Bäumen verborgen, urplötzlich der Friedhof Sondernach vor einem auf. Sofort erkennt man, daß diese Anlage weit kleiner ist als z.B. die am Wettsteinpaß oder in Metzeral.
Eine Rolle spielt das freilich nicht. Die Reihen mit den steinernen Grabkreuzen ziehen sich, von kurzgeschorenen Hecken getrennt den Hang empor bis zum Ehrenmal des Friedhofes. Dort steht auch
der stets beflaggte Fahnenmast.

Der Friedhof "Bois De Maettle" wurde  1920 angelegt. In den Jahren 1924 und 1929 wurde er im Zuge von Umbettungen gefallener Soldaten, die bis dahin unbeerdigt auf den ehemaligen Schlachtfeldern lagen
oder auf Friedhöfen in Wihr-au-Val und Muhlbach ruhten, umgestaltet. Neben einem toten Sohn der Gemeinde, der im zweiten Weltkrieg fiel, liegen  373 Tote des ersten Weltkrieges, gefallen vornehmlich
im Fechttal, aber auch am Reichaeckerkopf und am Hilsenfirst,  heute hier begraben.

 

Eine aus militärhistorischer Sicht interessante Tafel befindet sich auf der Rückseite des Mahnmals. Sie
gibt Aufschluß über die vielen verschiedenen Infanterie Regimenter bzw. Jäger Bataillone, in denen die Toten von Sondernach einst standen. Die Tatsache, daß auf dieser Tafel von 369 Gefallenen die Rede ist ist darüber hinaus Indiz dafür, daß in dieser Region immer wieder und bis in unsere Tage hinein die sterb- lichen Überreste gefallener Soldaten, Deutsche wie Franzosen, gefunden und endlich ihrer letzten Ruhe zugeführt werden.



 
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