Der Deutsche Soldatenfriedhof Illfurth
1914-1918


Die Photos stellte Herr Rudi Petzold zur Verfügung.
Vielen Dank Rudi!!!

Die sogenannte Sundgaufront, also der Abschnitt zwischen den Vogesen und der Schweizer Grenze, galt während des Weltkrieges als einer der ruhigsten an der gesamten Westfront.  Nach dem Erstarren der Fronten standen hier auf deutscher Seite neben meist aus älteren Jahrgängen bestehenden Landwehrtruppen auch immer wieder Formationen, die von anderen Brennpunkten des Weltkrieges kommend zur Ruhe und Auffrischung ins Sundgau, das damalige Dreiländereck, verlegt wurden. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass hier nicht auch gekämpft wurde. Im Herzen des Sundgau, zwischen Mülhausen und Altkirch, liegt das Städtchen Illfurth. Auf dem dort gelegenen Soldatenfriedhof gleichen Namens ruhen heute 1964 deutsche Gefallene des 1.Weltkrieges.
 

Der Friedhof wurde erst im Jahre 1920 von den französischen Behörden als Sammelfriedhof angelegt. Die sterblichen Überreste deutscher Soldaten, die auf Feld- oder Gemeindfriedhöfen der Umgebung bestattet waren, wurden hierher umgebettet. Viele von ihnen konnten dabei nicht mehr identifiziert werden. So ruhen im Kameradengrab von Illfurth 539 Tote, 520 von ihnen unbekannt.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der auch diesen Friedhof heute betreut, ersetzte im Jahre 1975 die veralteten  Holzgrabzeichen gegen Steinplatten, die, soweit bekannt, Namen, Dienstgrad und Todesdatum der toten Soldaten tragen. Die Variante mit den Steinplatten wurde deshalb gewählt, weil das Friedhofsgelände sich in einer extremen Hanglage befindet.
 

Eine weitere Besonderheit des Friedhofes ist die Tatsache, dass hier der wohl erste deutsche im Weltkrieg gefallene Soldat begraben liegt. Immer wieder wird man von Einheimischen auf diese Tatsache aufmerksam gemacht. Zahlreiche Versionen hinsichtlich des Todes von Leutnant Albert Mayer sind dabei in Umlauf. Oft beginnen solche Erzählungen dann mit den Worten "Ja, ja, der Mayer..." Die Ereignisse sollen hier nicht vertiefend betrachtet werden, eben so wenig die noch immer umstrittene Frage, ob Mayer wirklich der erste Gefallene Deutsche des Krieges war. Fest steht jedoch, dass er am 02. August 1914 als Führer einer Reiterpatrouille des Jäger Regiments zu Pferde 5 bei Delle fiel.
 

Der interessierte Besucher wird auf dem Friedhof weitere sehenswerte Details finden, beispielweise die hierher überführten Gedenksteine des bayerischen Landwehr Infanterie Regiments Nr. 15 und des Landwehr Infanterie Regiments 123 (einer württembergischen Formation). Auch ein zum Gedenken an die Besatzung eines deutschen Flugzeuges der Flieger Abteilung 48 errichtetes Denkmal , die Soldaten kamen am 18.03.1916 beim Absturz ihrer Maschine ums Leben, steht heute nicht mehr an der Absturzstelle, sondern hier in Illfurth.
 

Wenn auch der Friedhof Illfurth keineswegs mit den Gräberstätten von Verdun, der Somme oder Flanderns zu vergleichen ist, so stellt er doch eindrucksvoll unter Beweis, dass auch an den vermeintlich ruhigen Frontabschnitten gekämpft und gestorben wurde.


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