-Eine Chronologie-
In den ersten Wochen und Monaten des Krieges scheint sich keine der beiden Seiten für diesen später so erbittert umkämpften Berg zu interessieren. Noch wird die strategische Schlüsselposition des Gipfels nicht gewürdigt, nicht erkannt, daß der Besitz des HK, vor allem des so wichtigen Aussichtsfelsens, tiefen Einblick in das Hinterland der anderen Kriegsseite gewährleistet und somit die Beobachtung und Beschießung von Nachschublinien, Truppenbewegungen und -unterkünften ermöglicht. Der HK lag also zunächst noch in tiefem Schlummer, aus dem er erst nach und nach erwachen sollte.
18.12.1914: Deutsche Patrouillen (Ldw.Inf.Rgt.123) durchkämmen die Wälder am HK und melden den Berg frei vom Gegner.
21.12.1914: Eine Patrouille des
Inf.Rgt.
69 stößt auf Franzosen. Bei dem sich entwickelnden
Feuergefecht werden 3 Mann verwundet, die ersten
Verwundeten
auf deutscher Seite am HWK.
25.12.1914: Das französische 28. BCA (Bataillon Chasseurs Alpins) besetzt das Silberloch Plateau und errichtet einen mit 30 Mann besetzten Vorposten westlich des Gipfels. Die erste ständig besetzte Stellung am HK.
![]() Franz. Soldatenfriedhof "Vieil-Armand" am Silberloch |
28.12.1914: Das Ldw.Inf.Rgt.123 beginnt
mit
der Errichtung einer mit 40 Mann besetzten Feldwache
am Aussichtsfelsen, östlich des eigentlichen
Gipfels,
ohne um die Anwesenheit des Gegners zu wissen.
30.12.1914: Eine
Aufklärungspatrouille
startet von der deutschen Postierung am Felsen in Richtung
Westen und gerät in französisches Feuer. Kurz
darauf wird die Feldwache von einem französischen Trupp
beschossen.
Bei der diesem Angriff folgenden erneuten deutschen Patrouille
fällt
der Wehrmann Maximilian Ott von der 8.Kompanie des Ldw.Inf.Rgt.123. Er
ist das erste deutsche Opfer, welches der Berg fordert, tausende werden
ihm noch folgen! (Maximilian Ott war bis 1970 in Soultz beerdigt und
ruht
heute auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Cernay).
04.01.1915: Die 8. Kompanie Ldw.Inf.Rgt.123 und Teile des Landsturmbataillons Heidelberg versuchen den Vorposten der Alpenjäger in einem Zangenangriff zu nehmen, scheitern jedoch, da den bedrängten Alpenjägern auf dem Gipfel Verstärkung vom Silberloch zur Hilfe eilt.
09.01.1915: Um 10.40 Uhr greift erstmals deutsche Artillerie in die Kämpfe ein und bereitet einen weiteren Angriff vor. Um 13.30 Uhr stürmt erneut das Ldw.Inf.Rgt.123 gegen die Kuppe, erneut ohne Erfolg. Vor allem die "unsichtbaren" Baumschützen der französischen Alpenjäger (von den deutschen Soldaten Baumaffen genannt) machen den Angreifern schwer zu schaffen. 34 Tote und 81 Verwundete sind auf deutscher Seite am Ende dieses Tages zu beklagen. Nach diesem erneuten Mißerfolg wird seitens der Deutschen beschlossen, zur Erstürmung des Berges aktive Truppen einzusetzen.
19.01.1915: Das 1.Rheinische Inf. Rgt. Nr. 25 erobert den Hirtzstein, ein zum HWK-Massiv gehörender Felskegel (570m), der gegen Süden dem eigentlichen Berg vorgeschoben eine inzwischen als wichtig angesehene Vorbedingung zur Erstürmung des Gipfels darstellt. 42 Jäger des 28. BCA geraten in Gefangenschaft. Gleichzeitig starten die Deutschen einen erneuten Angriff gegen die Kuppe. Neben Teilen der Ldw.Inf.Rgter 119 und 123 kommen hierbei erstmals das 14. Großherzoglich-Mecklemburgische Jägerbataillon und die zur 42. Kav. Brig. gehörenden 11.Ulanen (eigentlich eine Reiterformation, die infolge der Erfordernisse von nun an im Infanteriekampf eingesetzt wurde) zum Einsatz. Die Ringburg der Alpenjäger, wie die Deutschen die französische Postierung auf der Kuppe inzwischen nannten, wird eingekreist und von den restlichen französischen Truppen abgeschnitten. Trotz mehrerer Versuche gelingt es zunächst nicht, den Franzosen diese Stellung zu entreißen. Immer wieder versuchen verschiedene Alpenjäger-Bataillone (13. und 27. BCA) ihre auf der Kuppe eingekesselten Kameraden in gewagten Angriffen zu befreien, ohne Erfolg. Dabei fällt der Führer des 13. BCA, Major Barrié. Die Deutschen werfen neue Truppen ins Gefecht, Teile des aus Nordschleswig stammenden Inf.Rgts.Nr. 84 ("von Manstein") und das 1.Thüringische Inf.Rgt. 31 kommen ebenso zum Einsatz wie die 89. Schweriner Grenadiere.
![]() Der Hirzstein |
21.01.1915: Die regelrechte Belagerung
der
Gipfelstellung durch die Deutschen versuchen die Franzosen
nochmals durch massive Angriffe der BCA 18., 27., 53.
zu durchbrechen. Es kommt zu heftigsten Nahkämpfen und
großen
Verlusten auf beiden Seiten. Das Blatt wendet sich zugunsten der
Deutschen,
als überraschend ein mittlerer Minenwerfer in das Gefecht
eingreift.
Diese von 20 Pionieren und 50 Arbeitern den steilen und vereisten Hang
samt Munition emporgebrachte Waffe (ein zu jenem Zeitpunkt des Krieges
für unmöglich gehaltenes Unterfangen) feuert insgesamt 20
Minen
zu je einem Zentner Gewicht auf die Ringburg, die Besatzung, 3
Offiziere
und 127 Jäger, sind nun gezwungen, sich zu ergeben. Es wird
berichtet,
daß die deutschen Belagerer zu Ehren der tapferen Verteidiger der
Ringburg, den Alpenjägern vom 28. BCA, die Gewehre salutieren, als
diese in die Gefangenschaft marschieren. Der Gipfel ist nun in
deutscher
Hand. Zusammen sind über 1000 Tote sind auf beiden Seiten zu
beklagen!
Dennoch ist dies nur der Anfang. Der Kampf um den HK hat eben erst
begonnen!
Nach diesem ersten Akt bemühen sich beide Seiten, ihre Stellungen
bestmöglich auszubauen. Unterstände werden in den Fels
getrieben,
Munitionsdepots und Sanitätshütten errichtet. Während
die
Franzosen zwei Nachschubstrassen zum Silberloch anlegen, bauen die
Deutschen
von Wünheim her die berühmte Serpentinenstrasse, die in 7
Spitzkehren
bis unter die Kuppe führt. Zwei neu errichtete Seilbahnen
erleichtern
ihnen zudem den Nachschub. Bei diesem Bauprojekten kommen allein auf
deutscher
Seite beinahe 1000 Arbeiter zum Einsatz. Zur Beförderung schwerer
Lasten werden über 170 Esel und Maultiere eingesetzt. Dies alles
verdeutlicht
recht gut, welchen enormen Stellenwert der HK inzwischen eingenommen
hat.
27.02.1915: Nach schwerer Artillerievorbereitung greifen die Alpenjägerbataillone 7, 13 und 53 die deutsche Stellung an der "Jägertanne", eine der Kuppe vorgeschobene Ausbuchtung der Frontlinie an, werden jedoch vom Rheinischen Inf.Rgt. 161, Teilen des Landsturmbataillons Mannheim und der 2.Schwadron Ulanen 11 zunächst zurückgewiesen.
05.03.1915: Nach erneutem schweren Trommelfeuer auf den Abschnitt Jägertanne, der von der 3.Kompanie Inf.Rgt.161 gehalten wird, erobert das 13. BCA die Stellung, ihre Besatzung wird vernichtet. Gegenangriffe anderer Kompanien des Inf.Rgt.161 sowie des Inf.Rgt.25 scheitern. 200 Tote, Verwundete und Vermißte werden auf deutscher Seite gezählt.
07.03.1915: Ein erneuter Versuch der Deutschen, die Jägertannen-Stellung zurück zu erobern scheitert im heftigen Abwehrfeuer der Franzosen. In den folgenden Tagen wird auf französischer Seite das erschöpfte 13. BCA durch das 152. Régiment d´Infanterie ersetzt.
23.03.1915: Nach vierstündigem französischen Vorbereitungsfeuer aus 57 Geschützen erobert das 152. R.I. den Sattel zwischen Molkenrain und dem HWK und kommt somit bis gut 150 m an die Kuppe heran. Das Inf.Rgt. 25 und das Res.Inf.Rgt.75 treten an diesem und am nächsten Tage mehrmals zum Gegenangriff an, jedoch ohne jeden Erfolg. Die Deutschen sind sich darüber im Klaren, daß sich die Franzosen mit diesem Teilerfolg noch nicht zufrieden geben werden und befürchten das Schlimmste, zurecht!
26.03.1915: Erneut stürmt das 152 R.I., verstärkt von Teilen der BCA 7, 13, 15, 27, 28 und 53 nach einem Trommelfeuer von 3,5 Stunden gegen die Kuppe und überrennt die Reste der Besatzung des Inf.Rgts. 25. Unmittelbar im Anschluß erobern die Franzosen auch den Aussichtsfelsen und dringen im Norden weiter vor bis zum Bischofshut und von dort weiter zur Kurve 7 der Serpentinenstrassse. Der obere und der mittlere Rehfelsen im Süden des Aussichtsfelsens fallen ebenfalls in französische Hand. Die Reste der deutschen Verteidiger, Teile Landw.Inf.Rgt.15, Res.Inf.Rgt. 75, Inf.Rgt.25 und Ulanen 11 und Ulanen 15 klammern sich in den Abhängen im Osten fest, lediglich der untere Rehfelsen kann gehalten werden. Der Erfolg diese Tages beschert den Franzosen den Ausblick hinab in die Ebene östlich des HK und auf des Schlachtfeld um Sennheim (heute Cernay). Zudem ist es ihnen fortan möglich, die für die Deutschen enorm wichtige Eisenbahnlinie Colmar-Mülhausen, die Straßen und Zugangswege und die Ortschaften im Umkreis des HK unter Artilleriebeschuß zu nehmen. Es ist für die Deutschen unerlässlich, die Verluste dieses Tages zu egalisieren. Jedoch gilt es zunächst zu verhindern, daß die Franzosen in weiteren Vorstößen den restlichen Berg an sich reißen um somit eine Wiedereroberung nahezu unmöglich zu machen. Die aufgeriebenen und total erschöpften deutschen Truppen sind dazu jedoch nicht in der Lage, es müssen schnellstens neue Kräfte an den umkäpften Berg herangeführt werden.
27.03.1915: Zwei neue Bataillone werden auf deutscher Seite herangeführt, das II. Ldw.Inf.Rgt.40 und das II. Ldw.Inf.Rgt.126. Das zu Bruchteilen seiner regulären Stärke zusammengeschossene Inf.Rgt.25 wird zunächst abgezogen. Es kommt den Deutschen zugute, daß die Franzosen vor einer Fortsetzung ihrer Vorstöße große Teile ihrer Artillerie über das schneebedekte Gebirge weiter nach vorne verlegen müssen. Somit haben die die Deutschen Zeit, sich am Osthang des HK in den gefrorenen Boden einzugraben, wobei sei immer wieder von den über ihnen liegenden Franzosen beschossen werden.
03.04.1915: Die "Armee-Abteilung Vogesen" wird in "7.Armee" umbenannt und unter das Kommando von General Maud´hui gestellt.
06.04.1915: Der Versuch der Franzosen, den unteren Rehfelsen zu nehmen und die deutschen Linien in der Senke zwischen Rehfelsen und Kuppe des HK zu durchbrechen, scheitert knapp. Anfang des Monats treffen aus Flandern bzw. der Champagne das Garde Jäger Bataillon und das Garde Schützen Bataillon ein. Während es in den folgenden Tagen immer wieder zu schweren Gefechten an den verschiedenen Brennpunkten der HK Stellungen kommt, die für beide Seiten sehr verlustreich verlaufen, bereiten die Deutschen fortan systematisch ihren Gegenstoß zur Rückeroberung des Aussichtsfelsens und der Kuppe vor.
16.04.1915: Das Ldw.Inf.Rgt.87
rückt
in die Stellungen am HK ein um für den bevorstehenden deutschen
Angriff
den Rückhalt zu bilden.
![]() Der Aussichtsfelsen mit Blick in die Ebene |
19.04.1915: Das R.I.R. 75 versucht nach einer einstündigen Artillerievorbereitung den Osthang hinauf den französischen Stellungen entgegen zu stürmen. Letztlich erweist sich der Angriff, an dem auch Teile der Garde Jäger teilnehmen, als unzureichend vorbereitet und scheiterte kläglich. Die Deutschen ziehen ihre Lehren aus dem Mißerfolg und bereiten den nächsten Angriff noch sorgfältiger vor.
23.04.1915: Ein für diesen Tag geplanter Sturm des R.I.R.75 wird wegen Nebels abgesagt.
24.04.1915: Erneut wird das R.I.R.75 in Gebweiler alarmiert und bereitet sich zum Sturm vor, jedoch verhindert wiederum das Wetter einen deutschen Angriff.
25.04.1915: Nach zweistündiger
Artillerievorbereitung
stürmen um 18.00 Uhr das R.I.R.75, das Res.Jäger Bataillon 8
und Teile der Garde Jäger und des Ldw.Inf.Rgts. 56 gegen die
französischen
Stellungen. Die Sturmkolonnen werden unterstützt von
Pionier-Einheiten.
Es gelingt, den oberen Rehfelsen sowie den Aussichtsfelsen zurück
zu erobern. Etwa 1000 Soldaten des französischen 152. R.I. sowie
des
57. Régiment d´Infanterie Territorial (R.I.T.) werden am
Gipfel
eingekreist und gehen in Gefangenschaft. Obwohl mit ihren Spitzen schon
weiter vorgedrungen, ziehen sich die Deutschen wieder hinter den
eigentlichen
Gipfel des HK zurück, da sich dieser unter den gegebenen
Umständen
als nicht haltbar erweist, für keine der beiden Seiten! Zu sehr
wäre
eine Gipfelbesatzung der gegnerischen, mittlerweile in Massen
vorhandenen
Artillerie, ausgesetzt. So kommt es, daß der Gipfel bis in den
späten
Dezember hinein Niemandsland bleibt. Die Frontlinie verläuft
von nun an parallel vom Gipfel hinab bis zum unteren Rehfelsen und zum
Hirtzstein, beide von den Deutschen besetzt. Die einst so dichten
Wälder
sind verschwunden, wie Zahnstocher stehen vereinzelt die einst so
mächtigen
Vogesentannen. Das ständige Artilleriefeuer hat den HK in eine
Wüste
aus Stein und Geröll, aus blanker Erde und gefällten
Bäumen
verwandelt.
![]() |
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Trotz dieser ungeheuren Zerstörungen, trotz der bereits in die Tausende gehende Zahl der Gefallenen beider Seiten, ist das Ende dieses Irrsinns noch lange nicht in Sicht! Franzosen und Deutsche graben sich zunächst wieder ein, bauen ihre Stellungen aus und versuchen lediglich, mit vielen kleinen "Nadelstichen" wie Artillerieüberfällen und verlustreichen Stoßtruppunternehmungen dem teilweise nur 3 Meter gegenüberliegenden Feind das Leben so schwer wie möglich zu machen. Doch das Schlimmste steht allen noch bevor, die Schlacht um die Vorherrschaft am HK ist noch lange nicht entschieden! Vorerst jedoch verlagern sich die Kämpfe den Sommer über weiter nach Norden, wo im Munstertal, zunächst bei Metzeral, dann am Le Linge die Franzosen versuchen, die deutschen Stellungen zu durchbrechen und über Munster nach Colmar vorzudringen.
09.09.1915: Erstmals setzen die Deutschen an jenem Tage Flammenwerfer am HK ein. Diese furchtbare Waffe, geführt von Soldaten des Garde Pionier Bataillons, unterstützt einen Angriff der 14. Jäger in der Region Bischofshut, am Nordabhang des HWK.
21.12.1915: Um 09.00 Uhr beginnt die französische Artillerie ein Trommelfeuer von bisher in diesem Abschnitt der Front ungeahnter Wucht. Über 300 Geschütze und Minenwerfer hämmern mehr als 5 Stunden lang auf die deutschen Stellungen ein und bringen den Verteidigern furchtbare Verluste bei. Auf deutscher Seite stehen zunächst die 14. Jäger, das R.I.R. 78 und das Ldw.Inf.Rgt. 99 in den jeweiligen Frontabschnitten. Als das 27. und das 28. BCA gegen 14.15 Uhr den Hirtzstein stürmt, leistet dort kaum noch jemand Widerstand. Am unteren Rehfelsen scheitern jedoch das 23.R.I. und das 15. BCP einmal mehr bei dem Versuch, diesen zu nehmen. Dafür gelingt es dem 152. R.I. nach und nach die Festen Rohrburg und Grossherzog, die zwischen Kuppe und Aussichstfels liegen, zu nehmen und dann ohne größere Probleme über den Fels hinab bis zur Kurve 6 der Serpentinenstrasse hinabzustürmen. Von links stürmen andere Teile des 152.den Bischofshut und Kurve 7, das 5. BCP dringt ebenfalls tief in die deutschen Stellungen ein, nämlich über die Schlummerklippe bis zum 700 Meter-Weg. Die Deutschen rechneten zwar schon seit längerer Zeit mit einem französischen Großangriff , sind letztlich von dessen Wucht jedoch völlig überrascht! Es wird berichtet, daß auf deutscher Seite neben Teilen der 8.Reserve-Jäger und R.I.R. 73 jeder, der ein Gewehr tragen konnte, ins Gefecht geworfen wurde, also auch Köche, Armierungssoldaten, Tragtierführer und Handwerker. Gut 150 Meter vor dem deutschen Kommandostand für den HK stoppt der französische Angriff. Scheinbar ist den Franzosen nicht klar, wie nahe sie vor einem Durchbruch in die deutsche Etappe hinein stehen. Allerdings brachte der Angriff auch den Sturmtruppen große Verluste, sodaß ihre Spitzen bereits sehr gelichtet waren. Diese großen Verluste, das Hereinbrechen der Nacht, die mangelnde Verbindung zwischen den französischen Angriffstruppen und die darazs resultierende Unsicherheuit über die Gefechtslage verhinderten wohl letztlich eine völlige Katatstrophe für die Deutschen. Über 800 Tote und Verwundete kostet diese dieser Tag, 1400 Soldaten geraten in französische Gefangenschaft. Um die Lücken zu schließen und somit ein Desaster zu verhindern, aber auch um das verlorene Terrain schnellstens wieder zu erobern, werden weitere Kompanien der 8.Reserve-Jäger in Sulz und Bühl, sowie die Ldw.Inf.Rgter. 40 und 56 aus dem Raum Mülhausen alarmiert und per Bahn und in Eilmärschen an den HK herangeführt.
![]() Schlummerklippe |
22.12.1915: Bei ihrem Gegenangriff, der
nun
wiederum für die Franzosen zu diesem frühen Zeitpunkt
völlig
überraschend kommt, erobern die Deutschen bis auf den Hirtzstein
fast
alle am vorherigen Tag verlorenen Stellungen zurück! Am Gipfel des
HK wird das 152. R.I. vom Res.Jäger Btl. 8 eingekreist und fast
gänzlich
aufgerieben. Insgesamt fallen etwa 600 Franzosen, 1500 geraten in
Gefangenschaft.
Ein Monument an der Ostseite des Aussichtsfelsens erinnert heute an das
152.R.I., welches seiner, auch von den deutschen Soldaten anerkannten
Tapferkeit
wegen den Beinamen "Die roten Teufel" (Les Diables Rouges) trug. Die
Deutschen
hatten einen Großteil ihrer Tags zuvor verlorenen Stellungen
zurückerobert,
der HK war von Leichen bedeckt. Von nun an verlagerten sich die
Kämpfe
zunehmend in den Südabschnitt, also hin zum unteren Rehfelsen und
zum Hirtzstein.
![]() Momument des Diables Rouges |
28.12.1915: Das 12. BCA erobert nach zweistündigem Trommelfeuer Teile des unteren Rehfelsens. Jedoch bleibt ein kleiner Teilabschnitt leisten 30 Mann des R.I.R.74, obwohl vom Feind eingekreist und ständigen Angriffen ausgesetzt erbitterten Widerstand.
29.12.1915: Ein Gegenangriff der Garde-Jäger zur Befreiung der Eingeschlossenen Soldaten und zur Rückeroberung des Berges scheitert. Der französische General Serret, Befehlshaber der 66. Infanterie Division wird im Silberlochtunz von einem Granatsplitter getroffen. (Er stirbt nach der Amputation eines Beines im Januar 1916 in Moosch und wird am Morgen des 08.01.1916 beigesetzt)
30.12.1915: Das Garde Jäger
Batallion
erobert die verlorenen Teile des unteren Rehfelsen zurück, die
Männer
des R.I.R.74 werden nach 2 Tagen ohne Verpflegung und Nachschub am Ende
ihrer Kräfte befreit. Täglich kommt es zu erbitterten
Kämpfen
um wenige Meter Bodens. Artillerieduelle und Nahkämpfe lösen
einander ab.
![]() Unterer Rehfelsen |
08.01.1916: Mit einem 5 stündigen Trommelfeuer aus über 100 Geschützen bereiten die Deutschen ihren Sturm auf den Hirtzstein vor. Der Angriff, den das Anhaltinisch-Dessauische Inf.Rgt. 188 sowie das Märkische Inf.Rgt.189 (verstärkt durch spezielle Sturm- und Pionoierabteilungen) durchführen, gelingt. Ein französischer Gegenangriff scheitert. Die letzte große Operation an der HK Front ist vorüber! Nun, Anfang Januar, lagen sich Deutsche und Franzosen nahezu exakt in den Stellungen gegenüber, die sie bereits vor dem 21.12.1915 inne hatten! Tausende Toterund Verwundeter kosteten die Kämpfe seitdem, ohne letztlich einer Seite einen Vorteil zu bringen. Von nun an ebbten die Kämpfe nach und nach ab, jedoch wurde bis Kriegsende am HK, wenngleich freilich längst nicht mehr so heftig, weitergekämpft. Täglich forderte der Berg weitere Opfer.
28.01.1917: 63 Mann des
Württembergischen
Ldw.Inf.Rgts.124 werden auf einen Schlag getötet, als aus bis
heute
ungeklärter Ursache das Munitionsdepot eines schweren Minenwerfers
am Ziegelrückenstollen in die Luft fliegt. Die Überreste der
in dem Stollen auf das Signal zum Beginn eines begrenzten Sturmtrupp
Unternehmens
wartenden Württemberger liegen noch heute an Ort und Stelle. Der
Ziegelrückenstollen
wurde gleich im Anschluß an das Unglück kurzerhand
zugemauert.
Vergleiche hierzu auch: Das Unglück am
Ziegelrückenstollen
von Rudi Petzold!
![]() Ziegelrückenstollen und Gedenktafel zum28.01.1917 |
15.10.1918: Amerikanische Truppen übernehmen Teile der französischen Stellungen am HWK.
04.11.1918: An diesem Tag fällt der letzte deutsche Soldat an jenem so schicksalsträchtigen Berg: eine Patrouille des seit dem 01.01.1917 am HWK liegenden Ldw.Inf.Rgts.124 gerät in französisches Feuer, der Patrouillenführer, Offizier-Stellvertreter Weckerle, wird dabei tödlich verwundet.
15.11.1918: Die Nachhut des Ldw.Inf.Rgts.124 verläßt den HWK.
Die Kämpfe sind vorüber. Wieviele Menschen
ließen
im Kampf um diesen Berg ihr Leben? Über die genaue Anzahl gibt es
die unterschiedlichsten Angaben. Es wird von bis zu 60000 Toten
gesprochen,
wobei diese Zahl wohl aus heutiger Sicht viel zu hoch angesetzt
scheint.
Realistischer erscheint da die Zahl von ca. 15000 Gefallenen auf beiden
Seiten. Die Toten ruhen heute auf dem französischen
Soldatenfriedhof
Vieil-Armand, dem französischen Soldatenfriedhof in Cernay und
einem
deutschen Soldatenfriedhof, ebenfalls in Cernay. In der Krypta am
Silberloch
ruhen ungezählte Gebeine nicht mehr zu indentifizierender Soldaten
beider Seiten. An diesem Ort des Gedenkens finden sich jedes Jahr
Tausende
von Besuchern ein, der HWK der am meisten besuchte Berg in den Vogesen.
Zahlreiche Kränze und Tafeln erinnern heute an die Toten. Nach
einem
Rundgang über das Schlachtfeld und einem Besuch im Museum
erscheint
es ebenso unglaublich wie ermutigend, daß eine dieser
Gedenktafeln
gestiftet wurde von der "Deutsch-Französischen-Brigade", in der
heute
wohl die Urenkel der einst hier so erbittert gegeneinander
kämpfenden
Soldaten miteinander ihren Dienst versehen.
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