- einmal rund um den Buchenkopf (Tête
des Faux)
Hier am Buchenkopf erwarben sich die Jäger des 28.
und des 30. BCA den Beinamen "blaue Teufel"
(Diables Bleues), auf deutscher Seite ist das Schicksal
des Landwehr Infanterie Regiments Nr. 12 un-
trennbar mit jenem Berge verbunden. Eine beklemmende
Beschreibung des Buchenkopfes und der dortigen Kämpfe ist den Kriegsaufzeichnungen
diese Regimentes zu entnehmen:
"Wer etwa von Sourcenord aus den Buchenkopf im Winter gesehen hat, dick mit Schnee beladen, auf den machte er den Eindruck eines ungeheuren, aus dem schwarzen Walde aufragenden Sarges. Und wie viele Tote nahm dieser steinerne Sarg in sich auf, deutsche und französische! Fast unausgesetzt wechselten Angriffe und Gegenangriffe von beiden Seiten um den Gipfel, der für die Beobachtung besonders wichtig war. Die Franzosen hatten den größeren Teil der felsigen Kuppe inne, wir eine spitz zulaufende Bastion auf dem Ostgipfel, so daß sich dort Freund und Feind auf kaum 30 m Entfernung gegenüberlagen."
(von Dellmensingen, 1930, S.252)
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Zahllose Spuren rund um den Buchenkpf erinnern noch heute
eindrucksvoll an jene blutigen Tage. Auch das Landwehr Infanterie Regiment
Nr.12 hat seine Insignien hier hinterlassen, so z.B.eine Inschrift über
dem Eingang eines Bunkerkomplexes am Sattel zwischen den Buchenkopf und
dem Rabenfelsen:
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Welche menschlichen Katastrophen sich letztlich tatsächlich an jenem Berg abspielten, können wohl nur jene deutschen und französischen Männer wissen, die maßgeblich die Geschichte des Buchenkopfes schrieben, die Soldaten. 408 von ihnen ruhen heute auf dem französischen Friedhof Cimetière Duchêne südwestlich des Gipfels, 116 davon im Kameradengrab, dem Ossuaire. Auf dem 1924 angelegten Friedhof befindet sich auch ein Denkmal zur Erinnerung an die im Juni 1915 hier gefallenen Jäger des 14. BCA.
Die Deutschen legten bereits während des Krieges östlich des Buchenkopfes einen Friedhof an. Die Reste jener Anlage, die zwischen dem Etang du Devin und Hotel du Devin liegt, sind noch heute zu erkennen. Längst wurden die Gefallenen auf den Friedhof am Bärenstall in Hohrod umgebettet, dennoch übt diese ehemalige Begräbnisstätte noch heute einen eigenartigen Zauber auf den Besucher aus. Das noch gut erhaltene Sandsteinportal am Ende einer steil aufsteigenden Treppe, die dicht mit Moos überzogenen Reste einer Mauer rund um den Friedhof und vor allem das Kreuz hinter einem steinernen Altar (beides wohl inzwischen renoviert). Auf zwei alten Gedenktafeln kann man noch heute einige Namen von Gefallenen, die Formationen, in welchen sie standen und einige Erinnerungsinschriften entziffern. All das im trüben Dämmerlicht des inzwischen wieder hoch aufgeschossenen Vogesenwaldes; fast hat man den Eindruck, in die Kulisse eines alten Gruselklassilers geraten zu sein - und irgendwie ist man das ja tatsächlich!
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Die Widmungen der Kameraden, ein in den Mauerstein eingebautes
Ruhebänkchen für Besucher und die Nischen rechts und links der
Gedenktafeln (wohl zum Abstellen von Grablichtern, von Blumen oder Marienbildern
gedacht) lassen erahnen, wieviel Mühe und Liebe die einstigen Gründer
dieser Anlage in die Ausgestaltung derselben investierten. Dieses oftmals
im Zusammenhang mit ehemaligen nahe der Front angelegten Truppenfriedhöfen
zu beobachtende Phänomen ist aus psychologischer Sicht ebenso interessant
wie verständlich: schnell stellte sich bei den Soldaten die Gewissheit
ein, daß kaum einer von ihnen im Falle seines Todes in die Heimat
überführt und dort, zuhause, begraben werden würde. Nicht
einmal im Tode würde es also Heimkehr und Wiedersehen geben.
Ebensowenig war gewiß, wie lange ein Grab, angesichts des Kriegsverlaufs,
als solches erkennbar bleiben oder ob es sich nicht gar durch eine Verschiebung
der Front plötzlich auf dem Gebiet des Gegners befinden würde.
Somit wäre es für die Hinterbliebenen nahezu unmöglich oder
sehr schwer, sich jemals am Grab des Gefallenen zu verab- schieden. Es
ist also sehr verständlich, daß die Frontsoldaten ihren gefallenen
Kameraden zum Gedenken, sich selbst wie den trauernden Hintebliebenen zum
Trost und der Welt zum sichtbaren Zeichen teilweise Friedhöfe anlegten,
die man trotz der Knappheit der Mittel als kleine Kunstwerke bezeichnen
könnte. Ein eben solches scheint um das Jahr 1916 herum der deutsche
Friedhof am Etang Du Devin gewesen zu sein!
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