Der deutsche Soldatenfriedhof Breitenbach

1914-1918


Oberhalb des zwischen Metzeral und Munster gelegenen Dorfes Breitenbach liegt der deutsche Soldaten- friedhof gleichen Namens. Bereits ab Munster gibt es eine sehr gute Beschilderung, welche einen diesen Friedhof problemlos finden läßt. Vom Parkplatz aus bietet sich dem Besucher zunächst ein wunderbares Panorama, idyllisch liegen die Orten Breitenbach und Oberbreitenbach unten im Tal. Zur Rechten erhebt sich die stark bewaldete Kuppe des Ilienkopfes, welcher bei den Kämpfen im Fechttal im Jahre 1915 eine wichtige Rolle spielte.

Der Friedhof selbst wurde im Jahre 1920 von den französischen Militärbehörden als Sammelfriedhof für deutsche Gefallene angelegt. Aus einem Umkreis von 35 KM wurden in diesem Zusammenhang in pro- visorischen Grabstätten, auf zivilen Friedhöfen oder auf den ehemaligen Schlachtfeldern ruhende tote Soldaten umgebettet. Ab 1926 durfte sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) an der Gestaltung der Anlage beteiligen. Der Pflegedienst des VDK betreut die Anlage auch heute noch. Sein jetziges Gesicht erhielt der Friedhof erst im Jahre 1978. An die Stelle des verfallenen hölzernen Hoch- kreuzes trat ein geschmiedetes Stahlkreuz, die bis dahin die Gräber kennzeichnenden Holzgrabzeichen wurden durch schwarze Kreuze aus Metall ersetzt, welche eingegossen den Namen, den Rang und das Todesdatum des Gefallenen tragen. Diese späte endgültige Gestaltung läßt den Friedhof  heute sehr modern wirken.

3529 Gefallene des ersten Weltkrieges ruhen in Breitenbach, die meisten von ihnen fielen bei Kämpfen
im oberen Fechttal mit seinen Nebentälern. Dort tobten  vor allem im Jahre 1915 heftige Kämpfe. Aber auch Gefallene der ersten Grenzgefechte im August 1914 sowie Opfer der Stellungskämpfe nach dem erstarren der Vogesenfront fanden hier ihre letzte Ruhe. Neben einer alphabetischen Namensliste der Gefallenen enthält das Belegungsbuch (zu finden am Gedenkstein des Kameradengrabes  am Fuße der Anlage, wo auch das Besucherbuch ausliegt) weitere Informationen über die Geschichte des Friedhofes sowie über die Herkunft der Gefallenen hinsichtlich ihrer Heimatgarnisonen und ihrer Regimenter.

Hinweise auf diese Regimenter findet man auch auf einer sich am unteren Rande des Areals befindenden kleinen Sammlung von Grabsteinen, die bereits während des Krieges die Gräber später umgebetteter Ge- fallener schmückten. Ein seltsamer doch interessanter Kontrast.

Wie auch auf vielen anderen deutschen Friedhöfen dieses Krieges sind die Gräber der Soldaten jüdischen Glaubens aus religiösen Gründen durch Grabzeichen aus Naturstein gekennzeichnet. In hebräischer Schrift steht auf ihnen geschrieben:

Hier ruht begraben

Möge seine Seele eingebunden
sein in den Kreis der  Lebenden.

2271 Einzelgräber, 25 davon ohne Namen, 4 Gemeinschaftsgräber mit insgesamt 1085 Gefallenen, von denen 108 unbekannt blieben. Die Bilanz dieses Krieges allein hier in Breitenbach, nur einem der vielen Friedhöfe dieser Region, einem der 192 deutschen Soldatenfriedhöfen des ersten Weltkrieges in Frankreich! Jedes dieser Gräber ein Fragezeichen hinter dem Wort "Warum". Wie oft dieses Wort im Rahmen der Einträge in das Besucherbuch des Friedhofes zu finden ist, habe ich nicht gezählt. In Er- innerung blieben mir jedoch die Worte eines Franzosen, die, wie ich meine, Mahnung, Hoffnung und Auftrag zugleich sind. Er bezeichnete sinngemäß die toten Kameraden beider Seiten als die Armee der Wächter über den Frieden zwischen den Völkern sowie der Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen und schloß mit den Worten:

Vive la France et vive l´Allemagne



 
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