In der Vogesenfront westlich Münster wirkten sich noch die schweren
Kämpfe aus. Die erschöpften Truppen der 39. Res. Brigade (19.
Res. Div./ Armee Abteilung Gaede) mußten abgelöst
werden. Der Regimentskommandeur wurde von einem Kraftwagen am Bahnhof erwartet
und fuhr durch Colmar ins Großtal der Fecht über Hammerschmiede
(Divisionsstabsquartier) nach Münster (Brigadestabsquartier). Auf
der Chaussee waren Flüchtlinge aus Münster, Tiefenbach und Breitenbach.
Die 39. Res. Inf. Brigade war in Münster in der nördlichen
Villa Hartmann untergebracht. Hier empfing der Regimentskommandeur vom
General v. Barfus folgende Instruktion: Regimentsstab, II. und III. Bat
und M.G.K.I.R. 187 sind der 39. Res. Brigade zugeteilt, um Teile der Regimenter
Res. 74 und Res. 92 abzulösen. Oberstleutnant Olfenius löst den
Kommandeur des Res. Reg. 74 im Kommando über seinen Abschnitt ab.
Das III. Bataillon löst mit einem Zuge M.G. im Nebenabschnitt (Reichsackerkopfstellung)
Teile des Res. Reg. 92 ab.
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Der dem Regimentskommandeur unterstellte Abschnitt reichte von der Linie Klängle – Klitzerstein im Norden über die sogenannte Obereck– und die bastionartig ausladende (infolgedessen auch seitlicher Beschießung besonders ausgesetzte) Mühlbachstellung bis zu Linie Engelberg–Höhe 664,6 im Süden, einschließlich Pavillonberg, der in den nächsten Wochen noch eine besondere Rolle spielen sollte. An eigenen Truppen unterstand dem Kommandeur taktisch nur sein II. Bat., da das I. Bat. wie vorstehend berichtet, vorerst vor Arras zurück geblieben war, und das III. Bat. am Reichsackerkopf taktisch zum Abschnitt der rechten Nachbarbrigade gehörte, den übrigens die 187. Inf. Brigade übernahm.
Für die von der Wasserkante und aus Norddeutschland stammenden
187er, denen es an Bergausrüstung und Schnürschuhen noch fehlte,
war es trotz der Vorbereitung um Rappoltsweiler keine leichte Aufgabe,
sich so plötzlich an den Ernst des Gebirgskampfes zu gewöhnen.
Der Gegner hatte gegenüber der Mühlbachstellung den Vorteil,
die mühsam ins Gestein gearbeiteten deutschen Gräben seitlich
und überhöhend einzusehen. Es pfiff nicht nur von vorne, sondern
auch seitlich und von hinten. Gleichwohl hat sich die Truppe ganz überraschend
schnell an die neuartigen Kampfverhältnisse gewöhnt.
Die nächsten beiden Wochen wurden erfüllt durch das zähe
und erbitterte Ringen um den Besitz des Pavillionberges. Diese weithin
sichtbare, anfänglich noch von einem spitzdachigen Lusthäuschen
gekrönte Höhe lag zwischen den Stellungen. Am Osthang verlief
die deutsche vordere Linie, am Westhang die französische. Auf dem
Gipfel begannen die Franzosen sich festzusetzen, der kleine Pavillion war
eines Morgens verschwunden. Außerdem befestigte der Feind durch eifrige
Schanzarbeiten seine Stellungen im Sattel zwischen Pavillionberg und Höhe
664,6. Um den Feind aus dieser Stellung hinauszuwerfen wurde in der Morgenfrühe
des 28. Juni ein Angriff angesetzt, der aus Teilen der 39. und 187. Inf.
Brigade zusammengesetzte Abteilung unter Führung von Oberstleutnant
Olfenius durchgeführt wurde. Die 9./187 gehörte zu der Angriffstruppe
und war somit als erste Kompanie des Regiments im Feuer. Der Gefechtsbericht
ihres Führers, Leutnant d. Res. Buchenau, eines Herren in vorgerückten
Jahren, der sich freiwillig zur Front gemeldet hatte und seit Kriegsbeginn
wie auch in den folgenden Jahren mit den Jüngeren alle Strapazen teite,
lautet folgendermaßen:
Am 27. Juni 1915, 11 Uhr abends, in Oberbeitenbach erhielt die 9./187 den ehrenvollen Auftrag, die Höhe 664,6, Sattel und Pavillionshöhe, welche vom Feind nachts vorher besetzt worden waren, anzugreifen, vom Feind zu säubern, die Pavillionhöhe mit einem Zug besetzt zu halten und auszubauen. Auf Befehl des Leiters des Unternehmens, Herrn Major Huber, sollte der Angriff zuerst um 1, dann um 2 Uhr morgens stattfinden, also bei Dunkelheit; indessen stand die 9. Kompanie, (geführt von Herrn Hauptmann v. Kaltenborn, dem die Aufstellung der verfügbaren Truppen übertragen worden war) erst um 2 Uhr 45 am Waldrande unterhalb des Ilienkopfes und mußte dort auf dem schmalen Waldgestell noch zwei Kompanien des Regiments 189 vorbeilassen. Hierdurch kam es, dass 9. Komp. erst als letzte um 3 Uhr 15 in Linie zu einem Gliede zum Sturm vor dem ihr zugewiesenen Abschnitt aufmarschiert stand, während die Nachbarkompanien am linken bereits vorzeitig angriffen, M.G. und Gefangene einer französischen Feldwache eingebracht und sich selbst wieder zurück gezogen hatten.Im Verlaufe des Gefechts wurde der Oberstleutnant Olfenius durch Infanteriegeschoß durch den rechten Oberschenkel verwundet und mußte die Gefechtsleitung an den bereits erwähnten Major Huber, Kommandeur II./Res. 74, abgeben.
Auf sich selbst angewiesen, stürmte nunmehr (3 Uhr 20) die 9. Komp. (ohne Anschluß nach rechts und links) allein vor, Komp. Führer beim rechten Flügelzug (1. Zug unter Leutnant Knöpges), welchen die Aufgabe zuviel, die am weitesten (600 m) entfernte Pavillonhöhe zu stürmen und zu besetzen. — Mittlerweile war das Tageslicht angebrochen, was einerseits dem Angreifer von Nutzen war in dem ihm bisher unbekannten Gelände, andererseits auch Verluste verursachte, umsomehr, als die Franzosen durch den Lärm der zu früh erfolgten Angriffe im Nebenabschnitt aufmerksam geworden waren. Schon als die 9. Komp. aus dem Waldrande hervorbrach, fiel hier als erster Unteroffizier Schramm und kurz darauf die Gefechtsordonnanz des Kopmpanieführers Tambour Pöpplow. — Trotz des lebhaften feindlichen Infanterie– und M.G.–Feuers und der dadurch verursachten Verluste gelang es der Kompanie durch die Schnelligkeit ihres Anlaufs, in zwei Sprüngen an die feindliche Stellung auf der Pavillonhöhe heranzukommen, nachdem hinter einer Steinmauer in der Mulde eine kurze Atempause gemacht und ein lebhaftes Schützenfeuer auf die feindliche Stellung eröffnet worden war. Ebenso gelang es der Kompanie, das durch das Gelände gebotene Einschwenken der Front im feindlichen Feuer auszuführen, ohne dass ein erhebliches Zerreißen der Schützenlinie eintrat. Der Einbruch in die feindliche Stellung, welche aus mehreren hinter– und nebeneinander liegenden Grabenstücken bestand, gelang durch Handgrantenangriff.
Nach Einnahme der ersten Gräben ergriff der Feind (Alpenjäger), welcher noch die weiter nach Metzeral hinunter gelegenen Gräben besetzt hielt, die Flucht. Auf den fliehenden Feind wurde auf Befehl des Kompanieführers das Verfolgungsfeuer eröffnet. Hierbei erhielt die Kompanie selbst aber auch Gewehrfeuer von rechts, welches von einem vorher nicht bemerkten M.G. ausging. Durch dieses Feuer wurde hier unter anderen verwundet die zweite Gefechtsordonanz des Kompanieführers, Musketier Rumspies, sowie der Kompanieführer selbst (letzterer schwer, 2 Oberschenkelschüsse, 1 Fußschuß).
Die bereits genommene Stellung wurde nunmehr aufgeräumt, auch zum Ersatz der Abgänge zwei Gruppen des 2., Zuges auf Befehl des Komp. Führeres nach rechts herangezogen. Die erbeuteten drei M.G. , die gefangenen Alpenjäger, sowie die eigenen Verwundeten wurden nach hinten geschafft. Zu dieser Zeit eröffnete die feindliche Artillerie ein heftiges Feuer auf die eroberten Höhen.
Die Aufgabe der Kompanie war erfüllt. Der verstärkte 1. Zug verblieb in der Stellung; der 2. und 3. Zug zogen sich wie befohlen auf die Stellung des Regiments 189 zurück. Der Komp. Führer begab sich ebenfalls (unter Assistenz von Unteroffizier Störr und Musketier Nittscher) nach dieser etwa 700 m entfernten Stellung zurück und übergab hier die Führung der Kompanie Leutnant Jäger.
Der Tag kostete der Kompanie drei Offiziere: Komp. Führer Buchenau, Leutnant Knöpges, Leutnant Ostendorf (sämtlich schwer verwundet) und 70 Mann, davon 18 tot. Ganz besonders zeichnete sich der 1. Zug unter der Führung des Leutnants Knöpges aus, dem der schwierigste Teil der Aufgabe zugefallen war: die Erstürmung der Pavillonhöhe. Das Verhalten der Mannschaften war tadellos.
gez. Buchenau, Leutn. u. Komp. Führer 9/187
Die gut angelegte und energisch durchgeführte Unternehmung gegen die Pavillonhöhe in der Nacht vom 27. zum 28. Juni beweist den Vorteil frischen Draufgehens. Ich spreche den be-teiligten Führern und Truppen meine uneingeschränkte Anerkennung aus.Das durch die Verwundung des Regimentskommandeurs entstandene Interregnum war um so mißlicher, als die Teile des Regiments räumlich verstreut lagen. Das Kommando über den „Unterabschnitt Olfenius“ übernahm der bereits erwähnte Major Huber, der jedoch bei seinem Bataillon blieb. Die interne Führung des Regiments wurde Major Blanck, Kommandeur III./187, übertragen, der auch bei seinem Bataillon im Nebenabschnitt am Reichsackerkopf blieb. Am 5. Juli 1915 traf der zum Kommandeur des Inf. Reg. 187 ernannte Major Scheuermann auf den verwaisten Regimentsgefechtsstand in Tiefenbach ein. Major, später Oberstleutnant Scheuermann führte das Regiment bis Kriegsende.gez. v. Bahrfeld
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Die 1.Komp. I.R. 187 am Krähenberg
vom 7.
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bis 16. Juli 1915. Die Bereitsschaftsstellung |
Bereits nach wenigen Tagen aber, in der Nacht zum 17. Juli, wurde das
Regiment durch Teile der 8. bayerischen Res. Div. abgelöst und nach
kurzer Unterbringung in und bei Colmar wieder verladen und per Bahn nach
Mühlhausen transportiert. Aber bereits in der Nacht zum 21. Juli rollte
das Regiment wieder zurück nach Colmar in den Bereich der Abteilung
Gaede.
Die vorausgefahrenen I. und III. Bataillone wurden sofort der 8. byrischen
Res. Division (Generalleutnant Freiherr v. Stein, 16. bayerischee Res.
Inf. Brigade Generalmajor Jehlin) unterstellt. Das I. Bat. wurde bei Stoßweier
eingesetzt während das III. Bat. über Münster vorgezogen
wurde und mit zwei Kompanien auf die von den Franzosen besetzten Teile
der eigenen Sattelstellung angesetzt wurden. Der Angriff glückte,
die Stellung wurde genommen. Dabei fiel am 21. 7. als erster Offizier des
Regiments Leutnant d. Res. Arthur Meyborg, der seine letzte Ruhe auf dem
deutschen Soldatenfriedhof Breitenbach, Block 3, Grab 86 gefunden hat.
Der Verlauf des schweren und blutigen Sturmangriffes ergibt sich aus den
beiden folgenden Gefechtsberichten der 11. und 10. Kompanie.
Gefechtsbericht der 11. Kompanie über den 21. Juli 1915:
Am 21. 7. 15 vormittags 6 Uhr erhielt 11/187 vom Abschnittskommandeur, Herrn Major v. Braun, bayr. Res. Reg. 22, Befehl, die Stellung der 8/22 auf dem Sattel von feindlichen Kräften zu säubern, den vorderen Schützengraben in Besitz zu nehmen und mögligst auszubauen. Auf halber Höhe entwickelte sich die Kompanie auf der Grundlinie der 8/22. Hier stieß ich auf die beiden leitenden Offiziere, Hauptmann Schlagenweit und Oberleutnant Linck. Bei der Entwicklung setzte plötzlich ein wütendes Minen–, Maschinengewehr– und Gewehrfeuer ein, namentlich erfolgten links von mir, wo 10/187 unter Leutnat Simon vorging, heftige Minenexplosionen. Deshalb ließ ich die Kompanie vorgehen und nach halblinks schwenken. Am linken Flügel befand sich Offizierstellvertreter Kudelko und Leutnant Mayborg, in der Mitte Feldwebelleutnant Göpfert, ich am rechten Flügel, um die Leute mehr nach links zu drängen. Ich stieß auf dem rechten Flügel zuerst auf leichen Widerstand am Verbindungs– und dem dicht davor liegenden Schützengraben. Die wenigen Alpenjäger, die sich hier noch hielten, waren bald abgeschossen, der Rest flüchtete aus dem Graben in die Sappe zurück. Ein verwundeter Alpenjäger gab sich gefangen. Ich habe ihn den Abhang hinunter geschickt. Weiter konnte ich mich nicht um ihn kümmern, da wir jetzt aus der Sappe heftig mit Gewehr– und Handgranatenfeuer belegt wurden. Alle Handgranten, die wir zusammenraffen konnten, warfen wir auf den Sappenkopf. Hier hatten sich wohl 20 Alpenjäger eingenistet. Am Sappenkopf stand eine rote Flagge, offenbar ein französisches Artilleriezeichen. Hierher lenkten wir hauptsächlich unser Gewehrfeuer. Als ich den Leuten am rechten Flügel den Befehl gegeben, die Sappe auf jeden Fall zu säubern und sie ihr Ziel erkannten, eilte ich nach links, wo die Züge stockten und zurückwichen. Hier erfolgte eine Minenexplosion nach der anderen. Es war ein förmlicher Wall von Explosionen. Jedesmal, wenn ich die Leute zum Vorgehen anfeuerte, wurde sie von dem Luftdruck der Detonationen zurückgeworfen. Hier erhielten wir Feuer jeder Art, Granaten, Schrapnells, Handgranten, Maschinengewehr– und Gewehrfeuer. Viele feindliche Kräfte waren hier nicht mehr in unserem vorderen Schützengraben, aber es war wegen des wütenden Feuers unmöglich, den Graben in Besitz zu nehmen. Schließlich nach dreimaligem vergeblichen Versuch riß ich nochmals die Leute zusammen, gab drei Offiziern den Befehl, jetzt auf jeden Fall den Graben zu nehmen und ließ zum Sturm blasen. Dieses Mal gelang der Ansturm. Wir nahmen den Graben; die wenigen Alpenjäger, die hier noch gesessen hatten, waren beim Hurrah entflohen. Einige konnten wir noch mit der Kugel erreichen. Kaum hatten wir den Graben in Besitz, als wieder sehr heftiges Minenfeuer einsetzte. Hierbei fiel Leutnant Mayborg und die meisten Verluste traten während dieses Gefachtsabschnittes ein. Den Graben hatten wir um 7,15 Uhr vormittags besetzt. Als ich später nach dem rechten Flügel kam, hatten die Franzosen die Sappe geräumt. Sie hatten, wie ich abends feststellte, die eine Wand des Sappenkopfes durchbrochen und waren daraus entflohen. Inzwischen setzte starkes Artilleriefeuer ein, besonders erhielten wir aus der linken Flanke aus zwei schweren Geschützen 22 cm Granaten, daneben feuerte auch das französische Maschinengewehr. Doch fügte uns dieses keine besonderen Verluste zu. Von 12 bis 4 Uhr nachmittags hatte 11/187 besonders unter Minen– und Granatfeuer zu leiden; inzwischen setzte auch in Pausen Gewehrfeuer aus den hinteren feindlichen Gräben ein. Dann gegen 4 Uhr trat Ruhe ein. Gegen 9 Uhr abends setzte dann wieder heftiges Feuer ein, Minen, Schrapnels und Granaten wurden auf die Stellung der 11/187 verfeuert. Der letzte Feuerüberfall erfolgte um 11 Uhr. Alle Feuerarten setzte ein, besonders auch Infanteriefeuer, das von uns erwidert wurde. Abgesehen von einigen Minen verlief dann die Nacht auf den 22. 7. ruhig.Gefechtsbericht über den Angriff der 10/187 auf die linke Sattelstellung des Reichsackerkopfes am 21. 7. 15:
gez. Schröder, Leutnant d. Res. und Kompanieführer
Die Kompanierstärke – 5 Offiziere, 2 Vizefeldwebel, 23 Gruppen – von Mühlhausen kommend, langte 5 Uhr vormittags ungefähr 50 Meter hinter der linken Sattelstellung an, auf die der Frontangriff befohlen war. Sie wurde vermischt mit drei Gruppen Pioniere und einigen Versprengten des bayerischen Res. Regts. 22 und 23.
Kaum in Bereitschaft gestellt, begann ein starker französischer Feuerüberfall – Gewehrfeuer und Handgranaten – auf meinen linken Flügelzug, der eine an dieser Stelle wider Erwarten starke Besetzung erkennließ und zeigte, dass ein Frontalangriff auf hartnäckigen Widerstand stoßen werde. Ich bat den Leiter des Angriffs, Herrn Hauptmann Utz vom Regt. 22, zur Umfassung rechts noch eine Kompanie einzusetzen. Zu dieser Aufgabe wurde die 11/187 bestimmt. Gegen 7 Uhr vormittags ging mein rechts liegender Zug gleichzeitig mit 11/187 vor. Das feindliche Feuer auf diesen Zug war nicht so stark, aber außerordentlich auf meinen linken Flügel, den ich infolgedessen gänzlich zurücknahm, um dafür meinen Reservezug als zweite Welle einzusetzen. Nach kaum 10 Minuten, wegen des Seitenangriffes vor eigentlichen Verlusten bewahrt, kam mein rechter Flügelzug gleichzeitig mit 11/187 an einer Stelle in den feindlichen Graben und drang nach links in dem Graben selbst vor. Gleich darauf kam der Reservezug (Leutnant Hansen) 6 Gruppen stark, oben an, drei andere Gruppen holten weit links aus.
Die Franzosen, anscheinend auf den Angriff von zwei Seiten nicht gefaßt, wandten sich gegen die seitlichen Gegner. So wurde das feindliche Frontalfeuer abgeschwächt und es wurde dem Leutnant Humbke möglich, mit seinem ganzen Zuge – 7 Gruppen – hinaufzukommen und den Feind von vorne zu fassen. An dieser Stelle, wie vermutet, verteidigte sich der Feind äußerst zähe, so dass der Nahkampf eine gute halbe Stunde dauerte. Der Gegner hatte starke Verluste, der Rest wurde gefangen und ergab in dem von mir eroberten Grabenstück – ca 160 Meter – ungefähr 60 Mann. Eigene Verluste nahezu 50 Mann.
gez. Simon, Leutnant d. Res. und Komp. Führer
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Blick auf 1 Gr. Hörnleskopf, 2 Combekopf, 3 Barrenkopf, 4 Kleinkopf |
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I. Bataillon in Stoßweier
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vom 21. 7. bis 1. 8. 1915 |
Während das I. Bataillon verhältnismäßig ruhig
in Stoßweier eingesetzt war und das III. Bataillon die Sattelstellung
erstürmte, wurde das II. Bataillon und die M.G.K. durch Befehl des
A.O.K. Gaede zur Verfügung der 8. bayerischen Res. Div. gestellt,
am 22. Juli mittags per Bahn nach Walbach transportiert und dann nach Weier
im Tal und Günsbach vorgezogen.
In dieser Zeit der Trennung der Bataillone war es wieder das III. Bataillon,
das die Hauptlast des Kampfes zu tragen hatte. Nach den harten Kämpfen
am Reichsackerkopf wurde es zunächst in der Nacht zum 23. Juli durch
bayerische Truppen abgelöst und in die zweite Linie zurückgezogen,
tauschte sodann mit dem bis dahin in Weier im Tal und Grünsbach gebliebenen
II. Bataillon. Bereits am Nachmittag des 27. Juli wurde das III. Bataillon
mit dem zugeteilten M.G. Zug wieder alarmiert und über Günsbach
– Wahlenstall in Richtung Barrenkopf vorgezogen. Am Barrenkopf war der
Feind in einer Breite von ca. 500 Metern in die deutschen Gräben eingedrungen.
Hier wurde abends gegen 7 Uhr das III. Bataillon zum Gegenangriff angesetzt
und nahm in der Nacht mit verhältnismäßig geringen Verlusten
den Barrenkopf wieder. Der Verlauf des Kampfes ergibt sich in großen
Zügen aus dem folgenden Gefechtsbericht des Bataillonskommandeurs:
III./187 traf am 27. 7. 15 abends 7 Uhr 45 auf dem Barrenkopf ein. Es wurde gegen den verloren gegangenen Teil des Barrenkopfes (ungefährt 500 Meter) folgendermaßen angesetzt: rechts 10. Komp., Mitte 9. Komp., links 12. Komp., Reserve 11 Komp. Die Kompanien waren untermischt mit Teilen von 5/188 und 6/188 und Jäger 14. 8 Uhr 30 abends wurde der Sturm angesetzt. Dem rechten Flügel der 10/187 und einem Zuge der 12/187 gelang es, im ersten Anlauf in den verloren gegangenen Teil einzudringen. Die übrigen Teile des Bataillons kamen bis dicht vor den Graben, konnten jedoch wegen des flankierenden M.G. Feuers und Handgranaten nicht in den Graben selber eindringen. Ungefähr in dieser Lage verblieb das Bataillon während der ganzen Nacht im Feuergefecht mit den Feinde liegen. Der weitere Angriff auf die Stellung wurde verschoben, bis die Kompanien genügend mit Handgranaten ausgerüstet waren. 11. Komp. wurde mit einem Zug zur Verstärkung bei der 10. Komp., mit einem Zug bei der 12. Komp. eingesetzt. Um 3 Uhr morgens erhielt die 12. Komp. den Befehl, vom linken Flügel aus zunächst in die feindliche Stellung einzudringen. Die anderen Kompanien sollten sich dem Angriff anschließen, wenn das feindliche Maschinengewehrfeuer zum Schweigen gebracht wäre. Der Feind räumte beim Handgranatenangriff der 12. Komp. eiligst den Graben, so dass es dieser gelang, unter Erbeutung zahlreicher Gewehre den Graben in seiner ganzen Ausdehnung zu besetzen. Ebenso gelang es auch den anderen Kompanien, den vor ihnen liegenden Graben zu nehmen. Um 4 Uhr 30 vormittags war das Bataillon im vollen Besitz des am Tage vorher verloren gegangenen Teils des Barrenkopfes. Die Verluste des Bataillons betrugen 9 Tote, 2 Offiziere, Leutnant Kluge und Leutnant Drewes 12/187, und 30 Unteroffiziere und Mannschaften verwundet.Die Hauptlast des Angriffes hatte die 12. Kompanie zu tragen gehabt. Der Verlauf des Angriffs im Einzelnen geht aus dem Gefechtsbericht der 12/187 über den Sturm auf Grabenstücke am Barrenkopf am 28. und 29. 7. 15. hervor:gez. Blanck, Major und Bataillonskommandeur
Gefechtsstärke beim Abmarsch: 3 Offiziere, 154 Mann.Bis zum 4. August wurde die der 16. bayer. Res. Brigade unterstehenden Truppe umgruppiert. Die drei Bataillone des Regiments mit der bataillonsweise aufgeteilten M. G. K. wurden in räumlichen Zusammenhang nebeneinander eingesetzt. Der Regimentsabschnitt umfaßte nun die Obereck–, die Mühlbach– und die Krähenberg–Stellungen. In der Nacht zum 5. August übernahm der Regimentskommandeur das Kommando über den Abschnitt. Zum ersten Male war damit das ganze Regiment unter seinem Befehl. Die seitlichen Abschnitte übernahmen die Regimenter 188 und 189. Damit übernahm die 187. Brigade endlich den Brigadeabschnitt mit eigenen Truppen.
Am Nachmittag des 28. 7. wurde das Bataillon alarmiert, sammelte sich in Günsbach und marschierte von dort zur Verfügung des Oberst Hübner auf den Barrenkopf. 12/187 hatte den Anfang. Oben wurde uns ein Grabenstück von etwa 150 Meter Länge bezeichnet, in das der Gegner eingedrungen sei.
Handgranaten waren etwa 40 verteilt worden. 8 Uhr 30 traten drei Abteilungen gleichzeitig an, die zwei als Unterstützung zurückgehaltenen Gruppen des 1. Zuges rückten in die Stellung des 3. Zuges ein.
Die vorgehenden Abteilungen erhielten sofort sehr starkes Infanteriefeuer, der rechte Zug besonders M.G. Feuer.
Der 2. Zug drang mit Hilfe der im Graben links davon vorgehenden Sturmabteilung um 8 Uhr 35 in das ihm zur Wegnahme zugewiesene Grabenstück ein und hielt dasselbe. Der 3. Zug bekam sehr starkes M.G. Feuer, was auch die Verluste beweisen, denn er hatte allein 8 Tote und 16 Verwundete einschließlich Zug- und sämtliche Gruppenführer. Der verbliebene Rest, zwei Gruppen, hatten sich zur Hälfte nach links an den 2. Zug 12/187, zum Teil an die 10/187 rechts davon gedrängt.
Jetzt wurden die zurückgehaltenen Gruppen des 1. Zuges gegen den vorspringenden, vom Gegener besetzten Verbindungsgraben eingesetzt, um zu verhindern, dass das genomme-ne Grabenstück durch einen feindlichen Vorstoß im Rücken gefaßt wurde.
Um 2 Uhr früh bekam die Kompanie etwa 80 Stiel– und behelfsmäßige Handgranaten. Um 2 Uhr 55 erreichte die Kompanie ein Befehl, dass die 12/187 um 3 Uhr vormittags zuerst angreifen solle, die anderen Kompanien würden sich dem Vorgehen anschließen.
Die dem vorspringenden Verbindungsgraben gegenüberliegende Sturmlinie wurde durch zwei Gruppen 11/187 und drei Gruppen 1/Jäg 14 verstärkt. Der 2. Zug, der am Abend vorher in den Graben eingedrungen war, sollte mit Handgranaten im Graben vorgehen und zwar sollte auf die fünfte Handgranate hin die andere Sturmabteilung antreten.
3Uhr 30 begann das Handgranatenwerfen. Als auf die dritte Handgranate keine Antwort erfolgte, wurde zunächst die von den Franzosen quer durch den Graben errichtete Steinbarrikade niedergerissen. Unter dem Werfen weiterer Handgranaten drang der 2. Zug unbehindert vor, traf mit der Sturmabteilung zusammen, besetzte den ganzen Graben, wobei außer mehreren Verwundeten ein unverwundeter Franzose vom Regt. 15 gefangen gemacht wurde.
Um 4 Uhr 30 konnte an das Bataillon und die anderen Kompanien die Meldung geschickt werden, dass der Graben kampflos in den Besitz der 12/187 gefallen sei, worauf diese letzteren mit besetzen halfen.
Die Franzosen müssen kurz vorher den Graben eilig geräumt haben, da mehr als 15 Gewehre erbeutet wurden und Raffalfeuer von der feindlichen Grabenbesatzung abgegeben war.
Besonders hervorzuheben ist das Verhalten der Zugführer, vornehmlich des Leutnants Kluge und des Leutnants Drewes, die beide, obgleich verwundet, ihre Züge in bzw. an den feindlichen Graben führten, wo sie zum zweiten Male (Leutnant Kluge durch schweren Kopfschuß) verwundet wurden.
Ebenso sind die Gruppenführer des 3. Zuges zu erwähnen, von denen 3 gefallen sind, während die beiden anderen schwer (beide mit zwei Schüssen) verwundet wurden; trotzdem haben diese, solange sie konnten, ihre Gruppe weitergeführt.
Verluste: 2 Offiziere verwundet
1 Unteroffzier tot
4 Unteroffiziere verwundet
2 Gefreite als Zugführer tot
5 Mann tot
16 Mann verwundet
2 Mann leicht verwundet bei der Truppe
gez. Bentz, Leutnant und Komp. Führer
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